Der Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder sind wesentliche Stabilisatoren des Kniegelenkes. Nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes ist das Kniegelenk häufig instabil. Dies äußert sich in einem subjektiven Unsicherheitsgefühl, Wegrutschen des Kniegelenkes bzw. durch erneutes Verdrehen des Kniegelenkes, dem sog. Giving-Way-Ereignis.
Durch die Instabilität entwickeln sich Sekundärschäden – Meniskusrisse, Knorpelschäden – welche dann frühzeitig zu einem Verschleiß, der Gonarthrose führen. Das vordere Kreuzband sollte bei subjektiver Instabilität, nach Giving-Way-Ereignissen und bei klinisch nachgewiesener Ruptur ersetzt werden. Eine Naht des Kreuzbandes führt zu keiner stabilen Ausheilung.
Die Entscheidung zur Operation bei Sportlern muss differenziert erfolgen. Wir empfehlen eine frühzeitige Entscheidung zur Operation, da die sehr starke Kniebelastung auch bei geringeren Instabilitäten vorzeitig zu Sekundärschäden führt.


Der Kreuzbandriss wird in unserer Einrichtung mit körpereigenen Bandstrukturen (Patellarsehne, Semitendinosussehne) ohne Einsatz von körperfremdem Material behandelt. Die Fixierung des Ersatzbandes erfolgt in der sogenannten Pressfit- Technik (Knochenblöcke an den Bandenden dienen als Dübel bei der Verankerung).

 

Wir stellen Ihnen für bestimmte Operationen eine krankengymnastische Therapieempfehlung zur Verfügung. Detaillierte Nachbehandlungsvorschläge zu jeder Operation finden Sie in auf der Seite Downloads.

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Operationen am Kreuzband


Für ausführliche Informationen zur jeweiligen Operation klicken Sie diese jeweils an.


Unsere Operationsmethoden


Die vordere Kreuzbandruptur wird in unserer Tagesklinik durch Ersatz des Bandes mit körpereigener Sehne (Patellasehne, Semitendinosus-/ Gracilissehne, Quadricepssehne) behandelt. Von entscheidener Bedeutung für den Erfolg – Stabilität der vorderen Kreuzbandersatzplastik – ist die anatomische Positionierung des neuen Bandes im Kniegelenk. Zur Orientierung für die anatomische Positionierung der Bohrkanüle verwenden wir für die femorale Insertion (am Oberschenkel) die Quadrantenmethode nach Bernard und für die tibiale Insertion (am Unterschenkel) die Methode nach Strobel.



In unserer Einrichtung wurden seit 1992 über 6000 vordere
Kreuzbandersatzplastiken ambulant durchgeführt.


Patellasehnentransplantat –fremdmaterialfreie

Press -fit- Doppelbündeltechnik
Knochen – Sehne – Knochen



Bei dem Ersatz des vorderen Kreuzbandes durch ein Teil der Patellasehne wenden wir die Technik nach Hertel an, welche wir bei ihm persönlich über Jahre im Rahmen unserer Ausbildung erlernen durften.
Bei dieser Methode wird ein Streifen der Patellasehne mit anhängenden Knochenblöcken über einen circa 4-5 cm langen Hautschnitt entnommen und durch eine spezielle Press-fit-Verblockungstechnik nach Hertel an den anatomischen Ansätzen befestigt.




Die natürliche Einheilung der Knochenblöcke erfolgt sicher in 6-8 Wochen, Fremdmaterialien (Schrauben, Splinte, Krampen, Plättchen, ...) werden dabei nicht benötigt, voller Fußauftritt ist sofort möglich.
Unterarmstützen werden zur Balance für den sicheren Gang mitgegeben.



Vorteile der Methode

  1. implantatfrei – kein Fremdmaterial, keine Probleme bei erneuten Operationen
    (offene Bohrlöcher – evtl. mehrere Operationen notwendig)
  2. anatomische Positionierung der Ansätze am Oberschenkel und Unterschenkel
  3. Doppelbündelstruktur des Transplantats (imitiert am Besten das originäre vordere Kreuzband)
  4. sichere Einheilung des Transplantats – Knochen in Knochen – natürliche Einheilung
  5. sofortige Vollbelastung und Übungsstabilität –
    schnellere Arbeitsfähigkeit, schnellere Sportfähigkeit
  6. Langzeitergebnisse über mehr als 10 Jahre liegen vor – Zuverlässigkeit bestätigt
    - Golden Standard-
  7. technisch anspruchsvoll – Erfahrung des Operateurs

Das vermehrte Auftreten einer Arthrofibrose (Verwachsungen im Kniegelenk mit verminderter Beweglichkeit) bzw. eines vorderen Knieschmerzes (Schmerzen im Bereich der Patellasehne) nach Ersatz des vorderen Kreuzbandes mit der Patellasehnentechnik wird angeführt. Bei entsprechender Operationstechnik (Technik nach Hertel) konnten diese Argumente in Langzeitstudien widerlegt werden. Unsere Erfahrungen bestätigen diese Ergebnisse dahingehend, dass wir keine Unterschiede zwischen unseren Patienten mit Patellasehnenersatz und Semitendinosus-/ Gracilissehnenersatz feststellen konnten.


Semitendinosussehnen-/ Gracilessehnentransplantat – reines Sehnentransplantat

vorderes Kreuzband


Diese beiden Sehnen befinden sich an der Innenseite des Kniegelenkes und Oberschenkels. Die Nutzung dieser Sehnen, der sog. Hamstrings als Ersatz des vorderen Kreuzbandes erfordert zur Befestigung des Bandes den Einsatz von Fixierungssystemen, da die Entnahme dieser Bänder nicht mit Knochenblöcken möglich ist. Die Entnahme erfolgt über einen 3-4 cm langen Hautschnitt an der Innenseite des Schienbeinkopfes.
Für die femorale (Oberschenkel) Fixierung verwenden wir die sog. Endobuttontechnik oder die Transfixationstechnik. Bei der Endobuttontechnik wird das Band mittels Metallplättchen an der Außenseite des Oberschenkels aufgehängt. Durch Kunststoffstifte wird bei der Transfixationstechnik das Band im Bohrkanal befestigt.



Die tibiale (Unterschenkel) Fixierung erfolgt mit resorbierbaren Kunststoffschrauben. Strukturbedingt müssen die Sehnen entsprechend ihrer Dicke doppelt, dreifach oder sogar vierfach gebündelt und dann im Kniegelenk befestigt werden.

tibiale Fixierung



Einheilung, Reißfestigkeit, stabile Fixation sind langfristig noch nicht abgesichert. Probleme können bei erneutem Riss oder Elongation des Bandes auftreten. Sollte dann eine weitere Bandplastik erfolgen müssen, sind die bestehenden nicht vollständig mit Knochen aufgefüllten Bohrlöcher ein Problem. Diese müssten dann mit Knochen aufgefüllt werden und erst in einem zweiten Eingriff könnte ein neues Transplantat eingesetzt werden.


Quadricepssehnentrandsplantat – Knochen-Sehnentransplantat


Bei Nutzung dieser oberhalb der Kniescheibe sich befindenden Sehne kann auf der einen Seite des Bandes ein anhängender Knochenblock aus der Patella entnommen werden.
Dieser Knochenblock wird zur einseitigen Fixierung genutzt, die Gegenseite des Transplantats wird mit Fixierungssystemen wie oben beschrieben befestigt Zur Entnahme des Transplantates wird ein circa 6 cm langer Hautschnitt benötigt. Verwendung findet dieses Transplantat in erster Linie bei vorher aufgebrauchtem nicht mehr zur Verfügung stehendem Sehnenmaterial (Patellasehne, Semitendinosus- sehne/ Gracilissehne).



Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden sind bei der Transplantatauswahl immer zu berücksichtigen, des weiteren müssen individuelle Faktoren (Größe, Beruf, Anspruchsniveau, ...) beachtet werden.

Die vordere Kreuzbandersatzplastik ist und wird auch in Zukunft immer ein Kompromiss zur Anatomie sein. Bei entsprechender Operation kann dieser Kompromiss dem natürlichen Kreuzband sehr nahe kommen.

Entscheidend für den Erfolg der Operation – Stabilität des Kniegelenkes – ist die Erfahrung des Operateurs in der Kreuzbandchirurgie.



Nachbehandlung


Im Anschluss an die durchgeführte Operation oder nach dem stationären Aufenthalt werden Sie kompetent in unserer Einrichtung weiter betreut. Dies beinhaltet die Kontrolle der Wundheilung sowie die Einleitung und Überwachung der physiotherapeutischen oder rehabilitativen Maßnahmen. Wir stellen Ihnen für bestimmte Operationen eine krankengymnastische Therapieempfehlung zur Verfügung.
Detaillierte Nachbehandlungsvorschläge zu jeder Operation finden Sie in auf der Seite Downloads.

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030 / 44 66 79 0